Die letzten Bilder

Das Quartier im Wandel

Wie wäre es mal mit einem schönen Entdeckungsspaziergang durch Neu Zippendorf? Wer lange nicht hier war, wird Bauklötzer staunen. Nach einem Abstecher in die Tallinner/ Vidiner Straße sowie die Wuppertaler Straße, lohnt es sich, mal in die Vaasaer Straße einzubiegen. Hier treibt die SWG gerade den Stadtumbau voran. Es ist interessant zu schauen, wie sich die Blöcke 1-3 und 4-6 verändern. Immerhin 26 von ehemals 60 Wohnungen verschwinden. Die übrigen verwandeln sich in geschmackvolle Unterkünfte. Im Herbst, wenn der Umbau beendet ist, werden diese Häuser in keiner Weise mehr dem Plattenbau ähneln. Doch wie stehen die Chancen, hier im Quartier Seeterrassen eine Wohnung zu bekommen? Das werden sich sicher viele fragen. „Die Wohnungen sind so gut wie weg“, weiß Angela Griefahn aus der Abteilung Vermietung. Doch es werden weitere Blöcke folgen. Die Pilaer Straße 17-23 soll im Frühjahr 2011 fertig sein. Hier entstehen einige schöne große Wohnungen mit bis zu 100 Quadratmetern.“ Die Kaltmiete beträgt in den mit Neubau vergleichbaren Wohnungen 5,80 bis 6 Euro pro Quadratmeter. Wer es sich leisten kann und mehr Platz für die Familie, sich selbst oder die Enkelkinder braucht, sollte also nicht allzu lange zögern und sich bei Angela Griefahn auf die Interessentendatei setzen lassen. Ihre Telefonnummer lautet: 7450-234

„Konkret passiert folgendes“, sagt Gabriele Szymanski. „In der Vaasaer Straße werden von insgesamt 60 Wohnungen 26 zurückgebaut. Ein Haus wird komplett entfernt, bei anderen das vierte und teilweise das dritte Obergeschoss zurückgebaut. Durch den Umbau entstehen in den Gebäuden Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen. Geplant sind im oberen Geschoss zwei großzügig geschnittene Wohnungen mit 95 m² Fläche. Die Mehrzahl der Wohnungen verfügt dann über ein modernes Bad mit Fenster, Wanne und Dusche. Die Häuser werden wie neu gebaut aussehen und in keiner Weise dem alten „Plattenbau“ ähneln.“
Neugierig verfolgt wird das Baugeschehen nicht nur von Gabriele Szymanski. Auch die Kinder der angrenzenden Kita Mosaik lassen die knabbernden Bagger nicht aus den Augen. „Schön, dass es den Kindergarten hier schon gibt“, findet Gabriele Szymanski. „Er besitzt ein riesiges Außengelände, eine Sauna und genießt einen hervorragenden Ruf. Ich bin mir sicher, er wird das Quartier mit beleben und vielleicht die eine oder andere Familie dazu bewegen, in dieses attraktiv zwischen Wald und See gelegene Wohngebiet zu ziehen.“
Die Resonanz auf den Stadtumbau ist erfahrungsgemäß groß. Wohnungen in rückgebauten, sanierten Blöcken gehen weg wie warme Semmeln. Ans Wegziehen denkt in den neu gestalteten Quartieren Tallinner/ Vidiner und Wuppertaler Straße niemand mehr. Seit 1999 trägt die SWG zur Aufwertung des Stadtteils Neu Zippendorf bei. Durch die Kappung von oberen Etagen und Unterbrechung der Wohnblöcke hat sie viel Licht in Wohnungen und Höfe gebracht. Mit neuen, verschiedenen Grundrissvarianten verbesserte sie die Wohn- und Lebensbedingungen der Bewohner. Auch Hofflächen, Vorgärten und Wege wurden durch großzügige Neugestaltung aufgewertet.

Seit dem Monat Februar befindet sich der nächste Abschnitt in Neu Zippendorf im Umbau.

Der Stadtteil Neu Zippendorf ist ein Beispiel dafür, wie sich Fünfgeschosser in attraktive Stadtvillen verwandeln lassen. In den nächsten Jahren wird die Genossenschaft das Gesicht des Stadtteils Neu Zippendorf weiterhin gravierend verändern.

Wupper 53

 

Wer vom Berliner Platz abwärts schlendert, Richtung Schweriner See, der wird ein Quartier entdecken, in dem zurzeit Aufregendes passiert. Nirgendwo in Schwerin ist der Rückbau der Plattenbauten so im Gange wie hier. Doch nicht nur die Häuser verändern ihr Gesicht. Auch das nachbarschaftliche Miteinander wurde neu geweckt. Um dies zu begleiten und anzukurbeln, kamen zwei Jahre lang soziale Akteure aus Neu Zippendorf zu einem Runden Tisch zusammen. Dieser Tage traf sich der Runde Tisch zum vorerst letzten Mal. Als sich unter anderem Vertreter der SWG, des Vereins "Hand in Hand" und der Kita "Mosaik" sowie der Stadt, vor zwei Jahren zum ersten Mal gemeinsam an den Runden Tisch setzten, gab es in Neu Zippendorf noch kein Nachbarschaftszentrum Wuppertaler Straße 53.Noch bevor dieses aus einem fünfgeschossigen Plattenbau entwickelt wurde, überlegten die Akteure gemeinsam, wie sich die Gemeinschaftseinrichtung mit Leben füllen ließe. Eine Milieustudie, bei der 2976 umliegende Haushalte befragt wurden, zeigte, dass die Bewohner mit den Kultur- und Freizeitangeboten nicht zufrieden waren. Würde man heute die gleiche Befragung noch einmal durchführen, sähe das Ergebnis sicher anders aus, denn im vor einem Jahr eröffneten SWG-Nachbarschaftszentrum hat sich eine Menge getan. Hier wird fleißig gefeiert, gelernt, gemalt, gelesen und Sport getrieben. Ein fester Kern von Freiwilligen stellt inzwischen Einiges auf die Beine. "Das mit dem Ehrenamt hat gut geklappt", stellt Uta Bauer anerkennend fest. Die Leiterin des bundesweit tätigen Forschungs- und Planungsbüros BiP Berlin begleitete und beobachtete im Auftrag des Bundes den Runden Tisch und die sozialen Prozesse im Stadtteil. Dass der Bund Interesse daran hat, wie sich Menschen in rückgebauten Quartieren zurechtfinden, versteht sich. Immerhin förderte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bis 2009 deutschlandweit knapp 30 ausgewählte Modellvorhaben, bei denen es um "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere" geht. Als einziges Projekt in Mecklenburg-Vorpommern war die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) mit ihrem Vorhaben "Nachbarschaftszentrum Wuppertaler Straße 53" mit von der Partie."Wie anderswo ist man auch bei diesem Modellvorhaben mit dem Anspruch angetreten, generationenübergreifende Quartiere zu schaffen und die Abwanderung ins Umland zu verhindern", stellt Uta Bauer klar. Das SWG-Nachbarschaftszentrum sei gut aufgestellt für die Zukunft. Es habe mit dem Verein "Hand in Hand" und der SWG einen starken Träger, der viel Geld, Engagement und Personal in das Projekt stecke - eine wunderbare Basis. Imagegewinn für Quartier und Stadtteil schaffen. Die SWG erhofft sich nun nicht nur einen Imagegewinn des neuen Quartiers selbst, sondern auch einen Attraktivitätszuwachs für den gesamten Stadtteil, so dass besonders Familien mit Kindern die Platte wieder entdecken. Einig waren sich die Teilnehmer des Runden Tisches, dass das neue Quartier viele Vorzüge für Familien biete. Kinder könnten hier sicher, natur- und dennoch zentrumsnah aufwachsen. Die umgebauten Wohnungen bieten auf alle Generationen abgestimmte Grundrisse. "Noch sind es ältere Menschen, die die Wohnung als Erstmieter beziehen", sagt Jürgen Wörenkämper von der Abteilung Soziales Management der SWG. Doch auch deren Kinder und Enkel würden schließlich die hohe Lebensqualität erkennen.